Der Aufstand der Polizeisoldaten (Kamerun 1893)

(von Arne Schöfert)
 

Der Aufstand der ehemaligen Sklaven des Königs von Dahomey in deutschem Polizeidienst ist nicht nur eines der bittersten Episoden der deutschen Kolonialgeschichte und ein Beispiel eines gescheiterten Experimentes, sondern eine traurige Geschichte bemitleidenswürdiger Menschen im ausgehenden 19.Jahrhundert.

Vorgeschichte
1884 wurde Kamerun deutsches Schutzgebiet, als Dr. Gustav Nachtigal mehrere Schutzverträge mit an der Küste wohnenden Stämmen abschloss. Dabei handelte es sich vornehmlich um die handeltreibenden Douala, die wenig Interesse daran hatten, daß die Deutschen verstärkt ins Hinterland vorstoßen sollten, weil sie um ihr Zwischenhandelsgeschäft fürchteten. Im Schutzvertrag wurden auch diesbezügliche Abmachungen getroffen.

Wir überspringen jetzt einige Jahre, bis zum Frühjahr 1890. Nur langsam kam die Erforschung und tatsächliche Inbesitznahme des Kameruner Hinterlandes voran. Es haperte an vielen, vor allem aber, wie üblich, am Geld. Der Etat der Kolonien, beziehungsweise der gerade eingerichteten Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt, war ein beliebter Punkt, bei dem der eigentlich recht machtarme Reichstag mit der Regierung "abrechnen" konnte. Wenn es um Geld für Kolonialprojekte ging, war der Reichstag mächtig. Er ließ sich umfassend informieren, kritisierte und zeigte sich in der Regel knauserig.

Gerade war wieder eine Debatte um Geld für die Erschließung Kameruns im Gange, da hatte der Kolonialdirektor Kayser eine abenteuerliche Idee: Er wollte sich Geld von Hamburger Kaufleuten leihen, um sie dann später von erwarteten Steuer- und Zolleinnahmen zurück zu zahlen. Mit dem Geld wollte Kayser Expeditionen nach Nord- und Südkamerun, sowie eine Polizeitruppe bezahlen. Doch die geheime Anleihe flog auf, der Reichstag wurde davon informiert und intervenierte scharf, weil er seine Finanzkontrollfunktion in Gefahr sah, falls dies Beispiel Schule machen sollte. Die Sache kam in den Reichstag zur Entscheidung.

Noch während des Verfahrens waren die Vorplanungen für die Expeditionen angelaufen. Als Ersatz für den ursprünglich als Leiter gewünschten Hauptmann von Morgen, wurde der kolonialerfahrene Hauptmann Karl Freiherr von Gravenreuth eingesetzt. Dieser war zuvor von 1885 bis 1891 in Deutsch-Ostafrika tätig. Gravenreuth kaufte im Sommer 1891 im Auftrag der Reichsregierung dem König Behanzin von Dahomey 370 Sklaven und Sklavinnen aus verschiedenen Stämmen ab. Gravenreuth handelte ohne Zustimmung oder Wissen des Reichstages.

Die freigekauften Sklaven verpflichteten sich vertraglich ihre Kaufsumme in fünfjährigem Dienst in der Kameruner Kolonialverwaltung durch unentgeltliche Tätigkeit abzuarbeiten und dabei jede aufgetragene Arbeit zu verrichten. Sie sollten freie Beköstigung und Bekleidung haben, um danach weiterhin als freie Arbeiter in Kamerun leben zu können. Die Leute waren in einem erbarmungswürdigen Zustand. Schon bei der Überfahrt nach Kamerun und in den ersten drei Monaten verstarb rund ein Drittel der Menschen. In Kamerun wurden nach und nach 55 ehemalige Sklaven in die Polizeitruppe aufgenommen. Die anderen arbeiteten in den Plantagen.

Mit dem Kauf der Sklaven verfolgte Gravenreuth im wesentlichen zwei Zwecke. Einmal war es sinnvoll, keine Polizisten in Kamerun anzuwerben, weil sich diese im Krisenfall eher auf die Seite der einheimischen Stämme schlagen könnten und zweitens hoffte der Hauptmann, dass die Freigekauften dankbar, also besonders einsatzfreudig sein würden.

Erst jetzt, also im Nachhinein, genehmigte der Reichstag das Geld für Kamerun. Kayser hatte die Abgeordneten mit Argumenten überzeugt, die sie nicht ablehnen konnten. Das Reich hatte sich im Anti-Sklaverei-Vertrag von Brüssel zur Bekämpfung der Sklaverei verpflichtet, wozu ausdrücklich auch der Bau von Straßen und Stationen im afrikanischen Hinterland gehörte.

Gravenreuth stand schließlich im Oktober 1891, finanziell glänzend ausgestattet und mit einer ausgebildeten Mannschaft, bereit. Doch dann beging er einen Fehler: Er gab einem Ersuchen des Gouverneurs von Zimmerer statt, vorher noch bei einer Strafexpedition gegen Aufständische zu helfen, was eine Kette von Einsätzen nach sich führte, die nichts mit der ursprünglich geplanten Expedition ins Hinterland zu tun hatten..

Auf die kommenden Monate will ich hier nur kurz eingehen. Sie waren geprägt von ständigen Kampfeinsätzen in denen sich die Soldaten aus Dahomey gut bewährten. Inzwischen waren auch andere Söldner, keine freigekauften Sklaven, zur Truppe gestossen. Im November 1891 fiel Gravenreuth im Gefecht von Buea. Er wurde durch den Hauptmann Ramsey ersetzt, der die mehrfach aufgeschobene Adamauexpedition durchführen sollte. Er traf im Januar 1892 in Edea ein und verschob wieder die große Expedition, weil er der Ansicht war, die Truppe wäre für die anstrengende Unternehmung nicht ausgeruht genug.

Statt dessen wurden kleinere Vorexpeditionen gemacht, die im Endeffekt immer wieder auf Kämpfe gegen unruhige Stämme hinausliefen. Nachdem er von einem dieser Züge aus Yaunde zurück nach Edea kam, erreichte ihn die Nachricht aus Berlin, daß die große Expedition entfallen sei und die Mannschaft zu entlassen wäre.

Der Aufstand am 15.Dezember 1893

Anlass zum Aufstand war öffentliche Auspeitschung von Dahomey-Frauen. Jedoch lag die Ursache viel tiefer. Da ihre Ehemänner kein Geld verdienten, waren die Frauen genötigt, für die gewährte Verpflegung bei der Verwaltung zu arbeiten. Bei Disziplinarverstößen wurden die Männer zu Prügelstrafen verurteilt, im Gegensatz zu ihren Kameraden, die als normale Söldner Geldstrafen erhielten. Die Arbeiten der Frauen reichten von Wäsche waschen, den Haushalt führen bis zur Garten- und Feldarbeit. Sie betrachten die unentgeltliche Arbeit als Ausbeutung, erledigten die Aufgaben nur widerwillig oder blieben ganz fern. Versuche ihr Los zu erleichtern, in dem sie beim Gouvernementsrichter Wehlan Beschwerden einreichten, fruchteten nicht.

Zusätzlich scheinen einige wenige Kolonialbeamte die Dahomey-Frauen als "Freiwild" betrachtet zu haben. Wenn man die Berichte und Zeugenaussagen aus der Zeit nach dem Aufstand liest, ist von "Notzüchtigungen", Schikanierungen, Prügelstrafen und auch nächtlichen Vergewaltigungen die Rede. Als besonders abscheuliches Beispiel ist der Kanzler des Gouvernements, Heinrich Leist zu nennen, der von Juni 1893 bis Februar 1894 den in Urlaub befindlichen Gouverneur Eugen von Zimmerer vertrat. Dieser ließ sich mehrfach nachts Frauen der Dahomey-Soldaten zuführen. Er behandelte die freigekauften Sklaven anscheinend tatsächlich wie Sklaven, wie man es heute im Klischee der amerikanischen Südstaaten aus dem Fernsehen kennt.

Am Nachmittag des 15.Dezember hatte sich nur ein Teil der Dahomey-Frauen auf dem Kaffeefeld des Gouvernements zur Arbeit eingefunden. Als Leist die Ferngebliebenen aus dem Dorf holen ließ, schlug er eine und beschimpfte die anderen. Die Wortführerin versuchte zu erklären, daß sie für ihre Männer das Essen kochen mussten. Leist, ein Choleriker, ließ das nicht gelten, ließ wahllos auf die Gruppe einprügeln und verurteilte sie sofort zu je 10 Peitschenhieben auf dem Exerzierplatz - vor den Augen ihrer Männer.

Die Strafen wurden vor den unbewegten Gesichtern der Soldaten vollzogen. Ihre Frauen wurden an Händen und Füßen über leere Zementtonnen gehalten und auf das entblößte Gesäß geschlagen. Erst später, zurück in ihren Unterkünften, berieten die Dahomey Leist zu töten und entschieden sich zum Aufstand.

Über den Verlauf der Geschehnisse liegen fast minutiöse Berichte aus vielen Verhören vor. Walter Nuhn hat das in seinem Buch ausführlich wieder gegeben. Ich will darauf verzichten und nur in Kürze den Verlauf wiedergeben.

Nachdem die Dahomeys die Waffenkammer erbrochen und sich mit Gewehren und Maschinengewehren versorgt hatten, erschossen sie in der Beamtenmesse den Gerichtsassesor Riebow von hinten durch das Fenster, den sie für Leist gehalten hatten. Übrigens eine besondere Tragik, denn Riebow hatte sich mehrfach für die Dahomey eingesetzt. Der Versuch der Dahomeys, die Douala mit auf ihre Seite zu holen und einen großen Aufstand gegen die Deutschen zu starten, misslang.

Nach kleineren Gefechten verschanzten sie sich schließlich mit ihren Frauen im Gouvernementsgebäude, zerschnitten die Telegraphendrähte und hielten die ganze Jossplatte in Ufernähe besetzt. Versuche sie zur Aufgabe zu bewegen scheiterten.
Die Deutschen beschossen das besetzte Gelände vier Tage lang unregelmäßig von den beiden Gouvernementsdampfern "Nachtigal" und "Soden" aus. Am 20.12 traf das Kriegsschiff S.M.S Hyäne mit Verstärkung ein und beschoss den Strand mit 12cm-Granaten. Doch der Widerstandswille war noch nicht gebrochen. Immer wieder wehrten die Dahomeys, hervorragend ausgebildet und kampferfahren, die deutschen Sturmversuche ab. Erst am 23.12 gelang nach einem gezielten Wirkungsschießen der Sturm auf die Stellungen der aufständischen Dahomey.

Die überlebenden Aufständischen, die dann versuchten zu fliehen, wurden recht schnell gefangen genommen. Die Douala lieferten 29 Männer und 34 Frauen aus. Alle Männer wurden gehängt, die Frauen teilweise auch zum Tod verurteilt aber wegen vieler kleiner Kinder begnadigt und zur Zwangsarbeit deportiert.

Resonanz in Deutschland

Als die ersten klaren Nachrichten in Deutschland aus Kamerun eintrafen, waren die Berichte erschütternd. Die Vossische Zeitung schrieb am 29.12.1893 unter der Überschrift "Meuterei in Kamerun":
„Dass am Regierungssitz selbst ein Aufstand ausbrechen, dass das Gouvernementsgebäude erstürmt und geplündert werden könnte, davon ließ man sich allerdings nichts träumen. Es ist dies in allen europäischen Kolonien Afrikas der erste Fall, und es müssen geradezu haarsträubende Vorkommnisse gewesen sein, die eine solche Meuterei zuwege bringen konnten.“

Der Berliner Lokal-Anzeiger:
„Wenn die Verwaltung der Schutzgebiete sich nicht einmal ihrer eigenen Leute, die sie zur Aufrechterhaltung der Ordnung angeworben hat, sicher ist und selbst das Gouvernementsgebäude nur durch Eingreifen der deutschen Marine behaupten kann, welchen Respekt sollen dann die umwohnenden Stämme noch vor dem deutschen Namen haben?“

In den ersten Januartagen kamen immer mehr schockierende Nachrichten über die Revolte nach Deutschland und drangen in die Öffentlichkeit. Der Reichskanzler Caprivi ahnte eine große Pressekampagne aufkommen, die gar zu einer Kanzlerkrise führen könnte und entschloss sich zu schnellem Handeln. Umgehend wurden weitere Marinetruppen nach Kamerun gesandt und eine umfassende Klärung der Vorkommnisse befohlen. Weiterhin wurde sehr schnell die Schaffung einer größeren Schutztruppe für Kamerun beschlossen, da die Polizei nicht mehr als ausreichend angesehen wurde.

Die Untersuchungen und Zeugenvernehmungen in Kamerun führte der Legationsrat Rose. Seine Berichte erzählen uns heute die Hintergründe und Vorkommnisse bis ins kleinste Detail. Das Grundübel der Situation der Dahomey wurde deutlich: Ihre Lage, als Soldaten "zweiter Klasse", im Vergleich zu ihren Kameraden im normalen Söldnerstatus. Die Dahomey mussten (zumindest auf Zeit) ohne Lohn ihr Leben einsetzen und alle aufgetragenen Arbeiten verrichten. Rose war sehr gründlich und in seinem Bericht taucht immer wieder der Name Leist auf. Eine Welle der Empörung ging durch die deutsche Öffentlichkeit und auch der Reichstag schaltete sich in den Fall Leist ein.

Der Vorwärts, das zentrale Organ der SPD, urteilt in der Ausgabe vom 8.2.1894:
„Die deutsche Dahomey-Schande ist durch die amtlichen Berichte in ihrer ganzen Ausdehnung festgestellt worden. Es ist kein Zweifel mehr: Beamte des Deutschen Reiches, angeblich "Träger der Kultur" haben sich schlimmer benommen als die schlimmsten Barbaren; sie haben ein Verbrechen an der Menschheit verübt und dem Ruf Deutschlands einen schweren Schlag versetzt. Angesichts dieser Tatsache haben wir zu fragen: Warum hat die Reichsregierung mit der Veröffentlichung der amtlichen Berichte so lange gewartet? Und welche Schritte hat sie getan, um die Urheber und Mitschuldigen dieses Verbrechens und dieser beispiellosen Beschimpfung des deutschen Namens zur Verantwortung und Strafe zu ziehen?“

Die Regierung versuchte die Wogen zu glätten und warf dem Auswärtigen Amt vor, eine falsche Personalpolitik bei den Beamten zu betreiben. Gerade für den Kolonialdienst sollte Wert auf moralisch integre und fachlich qualifizierte Personen gelegt werden. Völlig richtig, denn im Kolonialdienst war man oft sich selbst gestellt und eine "Überwachung" war nur sehr beschränkt möglich.

Mit Nachdruck wurde nun die Amtsenthebung und ein Strafverfahren gegen Leist gefordert. Es kam 1894 jedoch nur zu einem Disziplinarverfahren in Potsdam, in dem Leist „des Dienstvergehens schuldig und deshalb mit Versetzung in ein anderes Amt von gleichem Range, jedoch mit Verminderung seines Diensteinkommens um ein Fünftel zu bestrafen ist“. Dieses Urteil rief neue Empörung hervor. Deshalb kam der Fall vor den Reichsdisziplinarhof, der den früheren stellvertretenden Gouverneur Kameruns zur Dienstentlassung und Zahlung der Kosten des Verfahrens verurteilte. Strafgerichtlich konnte er angeblich nicht belangt werden, da das deutsche Strafrecht zu diesem Zeitpunkt noch nicht für die Kolonien galt. Es wurde jedoch vom Gericht festgestellt, dass die „Beamten in Afrika ihr Verhalten gemäß deutschen Sittlichkeitsanschauungen einzurichten hätten.
Leist wanderte nach Amerika aus und starb um 1900 bei einem Unfall.

Gouverneur von Zimmerer wurde aus Kamerun abberufen. Der kaiserliche Richter Wehlan, dem man ebenfalls Verfehlungen zur Last legte, wurde versetzt und bekam ein Strafgeld. Allerdings nicht wegen seinem Verhalten den Dahomey-Leuten gegenüber, sondern wegen Untaten, die während von ihm geführter Strafexpeditionen gegen die Bakoko von den Polizeisoldaten begannen wurden.

Historische Wertung der Vorgänge

Nuhn resümiert in seinem Buch: "Der Aufstand der Dahomey-Soldaten ging als "schwarzes Blatt" in die deutsche Kolonialgeschichte ein, da seine Auswirkungen auf die weitere Gestaltung der deutschen Kolonialpolitik nicht nur im Schutzgebiet Kamerun, sondern auch in den anderen deutschen Schutzgebieten in Afrika beachtlich waren: An der heftigen Reaktion des Reichstages auf die durch Roses Untersuchungsberichte ans Tageslicht gebrachten Mißstände in der Kolonialverwaltung und skandalösen Verhaltensweisen ihrer Beamten zeigte sich in aller Klarheit, wie groß die Einwirkungsmöglichkeiten des Reichstages auf die Zustände in den Kolonien, insbesondere auf die Tätigkeiten der deutschen Amtsträger dort und damit auf die Gestaltung der Eingeborenenpolitik waren. Dies ist erstaunlich, wenn man bedenkt, daß der Reichstag aufgrund der föderativen Struktur der Reichsverfassung in seinem Aufgabenfeld auf die parlamentarische Kontrolle der wenigen Reichsressorts beschränkt war. Aber gerade diese Begrenzung auf wenige Kompetenzen war für die Volksvertretung Anlaß, sich um so intensiver der Wahrnehmung dieser wenigen Aufgaben zu widmen. Dabei bildete vor allem der koloniale Bereich ein willkommenes parlamentarisches Betätigungsfeld."

Obwohl es offiziell keine Sklaven in den deutschen Schutzgebieten gab, so war der objektive Status der "befreiten" Dahomey-Leute im Endeffekt der von "Sklaven auf Zeit" oder "per Vertrag".

Heute wird gelegentlich dem Initiator des Programms, man könnte es "Sklaven zu freien Soldaten machen" nennen, dem Freiherrn von Gravenreuth, vorgeworfen, seine Tat wäre Ursache des ganzen Mißstandes und ein Verbrechen gewesen. So wird zum Beispiel bei der Umbennungsinitiative von Straßennamen in München argumentiert. Dies erscheint mir ungerechtfertigt. Die Idee an sich, Sklaven freizukaufen und sich ihre Freiheit anschließend verdienen zu lassen, war - zumindest für damalige Zeiten - nicht so verwerflich, wie es manchen von uns heute erscheint. Es war ein Versuch, der meines Erachtens durch die weiteren Ereignisse scheiterte, als Gravenreuth längst tot war. Aus der Zeit, in der er in Deutsch-Ostafrika und Kamerun als Truppenführer tätig war, sind keine Fälle bekannt, die denen unter dem Kanzler Leist auch nur ähneln. Viel mehr ist überliefert, daß die Freigekauften tatsächlich durch große Tüchtigkeit und Treue bereit waren sich ihre Freiheit durch den Dienst zu verdienen.
Wie auch immer. Die Idee war gescheitert und wurde nie wieder aufgegriffen.

Der Aufstand der Polizeisoldaten war der erste große Kolonialskandal und sollte leider nicht der letzte bleiben.

Vielen Dank an Wolf Herterich für wertvolle Hinweise und geleistete Hilfe!


Literatur und Quellen:
Bildquelle „Polizeisoldat Kamerun“: Deutsches Kolonial-Lexikon, Dr. Schnee, Leipzig 1923
Walter Nuhn "Kamerun unter dem Kaiseradler" Wilhelmshaven 1995
Adolf Rüger "Der Aufstand der Polizeisoldaten (Dezember 1893), in: "Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft", Band 1, Berlin (Ost) 1960
Deutsches Kolonialblatt, Berlin, Auszug aus den Jahrgängen 1892 und 1894
Von Bülow, Deutschlands Kolonien und Kolonialkriege“ Seite 168 ff, Berlin 1900
Markus Bodeux "Gefechtsspange Kamerun 1893 zur Kolonialdenkmünze"
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