Neuer Fährverkehr auf dem Niassa-See / Tanzania

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Neuer Fährverkehr auf dem Niassa-See / Tanzania

Beitragvon Holger Kotthaus » Di 26. Dez 2017, 10:30

Neuer Fährverkehr auf dem Niassa-See / Tanzania

Im Sommer 2017 erzählte mir der deutsche Besitzer des Blue Canoe Safari Camp in Matema am
Nordende des Niassa-Sees, der Fährverkehr der beiden alten Schiffe `MV Songea´ und `MV Iringa´
sei endgültig eingestellt worden. Gerüchten zufolge seien aber; `mehrere große Neubauten in Planung´.

Die Homepage der Tanzania Ports Authority führt zwei neue Fähren auf: `MV Ruvuma´ und `MV Njombe´

Die kurzen Filmclips auf YouTube geben eine Vorstellung über die beeindruckende Größe dieser Fähren:

Bild

https://www.youtube.com/watch?v=kZneVah-2ck
https://www.youtube.com/watch?v=D1WsJcU7_hQ
https://www.youtube.com/watch?v=9BwgNuS4y6A

Die Größe der Fähren und Dimensionen der Laderampen lassen vermuten, dass nicht nur Inner-Tanzanischer
Fährbetrieb nach Lupingu (Kayser-Bucht), Manda (Wiedhafen), Liuli (Sphinxhafen) oder Mwamba Bay möglich ist,
sondern erstmalig auf dem gesamten See auch eine Anbindung durch größeren Fahrzeugen nach Mocambique und Malawi.

Für Selbstfahrer mit Sicherheit eine interessante Anbindung für größere Touren.
Wenn jemand mal mitgefahren ist; - Neuigkeiten und Erfahrungen bitte hier einstellen.

Frohe Festtage und Guten Rutsch.
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Re: Neuer Fährverkehr auf dem Niassa-See / Tanzania

Beitragvon Holger Kotthaus » Di 10. Jul 2018, 09:11

Kurzes Update Teil 1:

Am Montag 16. Juni 2018 erfuhren wir in Itungi Port, dem tanzanischen Haupthafen am Nordende des Sees,
dass beide Fähren einsatzbereit sind. Allerdings Sind die altbekannten Streitigkeiten zwischen Malawi und Tanzania
über die beidseitige Grenze am, bzw. auf dem See nicht behoben, sondern sogar eskaliert. Nach Aussage des
stellvertretenden Port Master in Itungi Port, habe der private Investor aus Mwanza (Victoria-See) aus diesem Grunde
Frachtfahrten derzeit ausgesetzt.


Die tanzanische Regierung, bzw. die TPA (Tanzania Ports Authority http://www.ports.go.tz/index.php/en/)
verströmen allerdings ungebremsten Optimismus, wie das Video von gestern, am 9. Juli 2018 zeigt.
TATIZO LA USAFIRISHAJI ZIWA NYASA LAPATIWA UFUMBUZI
https://www.youtube.com/watch?v=PCZtntZAdNY


Dafür funktionierte die Fähre weitersüdlich bei Manda (ex. Wiedhafen in der Amelia Bucht) über den Ruhuhu Fluss.
(Hier die Google Position: https://www.google.de/maps/@-10.5340814 ... a=!3m1!1e3 )

Hier die Fähre MV RUHUHU über den gleichnamigen Fluss:
01_MV Ruhuhu.JPG


Eine Brücke, unmittelbar neben der Anlegestelle ist auch schon im Bau:
02_Brücke am Ruhuhu Fluss.JPG
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Re: Neuer Fährverkehr auf dem Niassa-See / Tanzania

Beitragvon Holger Kotthaus » Di 10. Jul 2018, 09:16

Kurzes Update Teil 2:

PS.:
Außer einem alten, steinernen Grabstein gab es in Wiedhafen keine weiteren Spuren aus deutscher Zeit:
Die Inschrift lautet:
DEM ANDENKEN
DES AM 18.5.1879
ZU
HEILBRON ORANGE FREISTAAT
GEBORENEN UND AM 16.11.1905
IM GEFECHT BEI RUANDA ALS
KRIEGSFREIWILLIGER GEFALLENEN
BUREN
WESSEL POTGIETER
DIE ANGEHÖRIGEN DES
BEZIRKAMTES LANGENBURG
03_Grabstein Wessel Potgieter.JPG


Vom alten Bezirksamt, der Boma ist auch nur noch die Fundamentplatte des EG zu erkennen.
04_Reste Boma Wiedhafen.JPG

(Google Position, hinter der Schule: https://www.google.de/maps/place/Tansan ... d34.888822 )

Gruss Holger
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Re: Neuer Fährverkehr auf dem Niassa-See / Tanzania

Beitragvon Holger Kotthaus » Do 23. Aug 2018, 06:39

Kurzes Update Teil 3:
(Diese `Ergänzung´ hat allerdings nicht mehr unbedingt einen Bezug zum Themenbereich: Medien-Hinweise.)


Eine Textquelle führt einen Zusammenhang zwischen dem oben gezeigten Grabstein in Wiedhafen / Manda und
dem Namen des Kriegsfreiwilligen Buren Wessel Potgieter während eines Gefechtes am 16. November 1905 auf.
Gustav Adolf Graf von Götzen, Gouverneur von Deutsch-Ostafrika (1901 – 1906), schreibt in seinem Buch dazu:

(Seite 143)
“Während Oberleutnant Klinghardt zwar in seiner Aktionsfreiheit beschränkt, aber doch ungefährdet bleibt, gerät die Abteilung
des Leutnants d.R. Schulz auf ihrem Marsch nach dem See am 16. November in einen Hinterhalt und entgeht dabei nur . . .


(Seite 144)
. . . mit knapper Not der Vernichtung. Unweit des Dorfes Ruanda, an einer Stelle, wo die Straße bergan steigt und durch
mannshohes Gras hindurchführt, erfolgt auf Spitze und beide Flanken ein so plötzlicher Angriff, dass Europäer und Askari
sich schließlich nur mit bloßer Waffe verteidigen können. Besonders auf die Europäer dringt der Gegner zu vieren und fünfen
ein. Leutnant Schulz hat sich schon mehrere Wangoni niedergeschossen und erwehrt sich mit den Gewehrkolben neuer
Angreifer, als ihm ein Speer den linken Unterarm durchbohrt, sodass er infolge Blutverlust die Besinnung verliert.

Unteroffizier Hofmann, der den Führer fallen sieht, lässt mit großer Umsicht und Ruhe Karree formieren. Durch die gute
Haltung der Askari, sowie die Bravour und das vorzügliche Schießen eines Kriegsfreiwilligen, des Elefantenjägers Sutherland,
gelingt es, sich den Feind vom Leibe zu halten. Ein andrer Kriegsfreiwilliger, der Bur Potgieter, bricht, einen Speerstich im
Rücken, tot zusammen. Der Askari Schabah, der getragen wird, weil er in einem früheren Patrouillengefecht durch sieben
Speere schwere Wunden erhalten hat, klettert aus seiner Tragbahre heraus, ergreift das nächste Gewehr und streckt noch
einige Rebellen nieder.

Schließlich lässt der Gegner mit einem Verlust von 37 Toten von der kleinen Abteilung ab. Von ihrer Mannschaft sind drei
gefallen und eine größere Anzahl verwundet. Nachdem man die Verwundeten auf eine Anhöhe gebracht hat, die eine bessere
Übersicht gewährte und ein günstigeres Kampffeld darstellte, werden in aller Eile Tragbahren angefertigt; dann wird langsam
der Weitermarsch zum Njassa-See fortgesetzt.
In Wiedhafen traf die Abteilung unerwartete Verstärkung in Gestalt einer Munitionskolonne, die unter Führung des Leutnants
Schlüter
und begleitet vom Sergeanten Utech, dem Kriegsfreiwilligen Kühne, 15 Askari und 30 irregulären im Begriff stand
nach Ssongea aufzubrechen. . . „


Originalquelle: http://brema.suub.uni-bremen.de/dsdk/co ... ew/1794903
»Deutsch-Ostafrika im Aufstand 1905/06«, Kapitel: `Der Aufstand erreicht seinen Höhepunkt´, Seite 143/144, Graf von Götzen




Die weitere Suche zum Namen Wessel Potgieter wurde eingestellt, da dies im damaligen Oranje-Vrystaat / Süd-Afrika
wohl ein sehr gebräuchlicher Name war: https://www.geni.com/people/Wessel-Potg ... 6200955350

Das in der o.g. Textquelle erwähnte Dorf Ruanda liegt auch heute noch an der Piste, auf dem halben Weg zwischen Songea
und Manda: http://wikimapia.org/#lang=de&lat=-10.5 ... 5&z=14&m=b
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