Mein Großonkel Ernst Martini

Ahnenforschung, Personensuche, Schiffslisten etc.

Mein Großonkel Ernst Martini

Beitragvon hotdiscomix » Mo 29. Apr 2013, 16:24

Guten Tag,

seit längerem beschäftigen mich die "Abenteuer" meines Großonkels Ernst Martini. Leider sind nur Bruchstücke überliefert, u.a. würde ich gerne einen Beweis finden, ob der zu den letzten 155 von Lettow-Vorbeck gehörte.
Folgende Informationen habe ich:
Ernst Martini wurde am 21.10.1888 in Freyburg/Unstrut, als Sohn des Tischlermeisters Gustav Martini geboren. Unmittelbar nach seiner Tischlerlehre, bei seinem Vater, verließ er das Elternhaus und ging zur Marine - das muss so 1905/06 gewesen sein. Weiterhin ist überliefert das er auf einem Vermessungsschiff vor Afrika tätig war. Ich denke es handelt sich dabei um die SMS Möwe. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges soll er nur wenige Male nach Deutschland gekommen sein. In den letzten Jahren in Afrika war er als Marineangehöriger den Landtruppen zugeteilt wurden. In dieser Zeit schickte er Kisten mit afrikanischen Masken und Waffen, z.B. Speere etc.. Diese Gegenstände wurden dem Museum der Neuenburg in Freyburg zur Verfügung gestellt, da der damalige Museumsdirektor eine "Südsee-Ausstellung" unterhielt. Zum Ende des 2. Weltkrieges wurden die Ausstellungstück fast komplett geplündert.
Meine Mutter erzählte mir öfters, das ihre Mutter - also die Schwester von Ernst Martini - im März 1919 nach Berlin reiste um dort ihren Bruder bei der Parade für Lettow-Vorbeck und seine Truppe zu bejubeln.
Im Verzeichnis der "letzten 155" ist für die 9. Feldkompanie ein Vizesteuermann Martini verzeichnet, leider ohne Vornamen. Auf dem Foto "General von Lettow mit den Unteroffizieren der letzten 155" steht auch der Name Martini und die Person dazu, hat mit späteren Fotos von ihm schon eine gewisse Ähnlichkeit.
Nach dem 1. Weltkrieg arbeitete er zuerst in Berlin und später in Hamburg beim Hydrographischen Institut.

In den einzelnen Ausgaben des "Deutschen Kolonialblattes" gibt es ja Verzeichnisse über Gefallenen, Verwundete und in Gefangenschaft geratene Soldaten. Die Truppen um Lettow-Vorbeck waren ja noch bis 1919 in Ägypten in Kriegsgefangenschaft. Leider konnte ich bisher keines der Kolonialblätter einsehen, in dem ein Verzeichnis der "letzten" Kriegsgefangenen enthalten war. Auch wären Besatzungsmitgliederlisten der infragekommenden Schiffe interessant.
Ich hätte so gerne einen Beweis, das es sich bei diesem Martini um meinen Großonkel Ernst Martini handelt.

Mit freundlichen Grüßen,
Steffen
hotdiscomix
 
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Re: Mein Großonkel Ernst Martini

Beitragvon Sönke » Mo 29. Apr 2013, 20:52

Moin Steffen,

in den Ausgaben des Dt. Kolonialblattes brauchst Du nicht suchen, dort ist kein Martini verzeichnet.

Es wird sich jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim Martini der "letzten 155" um den Gesuchten Ernst Gustav Martini handeln.

Weitere Fragen gern per E-Mail.

BG
Sönke
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Re: Mein Großonkel Ernst Martini

Beitragvon habari » Mi 1. Mai 2013, 17:47

Guten Abend,

jetzt möchte ich mal alle, die sich für Verlustlisten der Kaiserlichen Schutztruppen im 1. Weltkrieg in den ehemals deutschen Kolonien interessieren, auf einen Bestand im Bundesarchiv Berlin hinweisen, der in dieser Angelegenheit viel hochinteressantes Material enthält.

Es ist ein Teil des Bestandes R 1001 mit den Signaturen 9569-9592 der auf den Microfilmen Nr. 83274 und 83275 verfilmt wurde und gegen eine Gebühr von ca. 42 €/ Film dort erhältlich ist. Man kann aber auch Papiekopien davon fertigen lassen, was bei einem Preis von ca. 0,40 €/Seite ziemlich teuer wird. Auch als CD ist der Bestand gegen ca. 0,45 €/Seite zu bekommen.(Genaue Preise sind im Internet auf der Seite www.bundesarchiv.de zu finden.)

Vielleicht unter dem Strich immer noch billiger als ein mehrtägiger Aufenthalt in Berlin, um diese Akten auszuwerten.

Außerdem möchte ich noch auf die Verlustlisten der Kaiserlichen Schutztruppen und Interneirte im Deutschen Kolonialblatt 1917, Seiten 29 - 36 hinweisen.

Es wäre mal an der Zeit, daß sich jüngere Interessierte daran machen, die fast unerschöpflichen Quellen im Bundesdarchiv Berlin auszuwerten. Da gibt es doch für angehende Historiker ein weites interessantes Betätigungsfeld um der Wahrheit der Geschichte der ehemals Deutschen Kolonien die Ehre zu erweisen.

Die paar "Alten" im Verband können sich nicht mehr um alles kümmern. Und ich kann allen nur den Tip geben, wenn Sie sich mal mit etwas wirklich Spannendem zum Thema Kolonialgeschichte beschäftigen wollen, besuchen Sie das Bundesarchiv in Berlin. :-)

Beste Grüße

habari
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