Internierung Kamerun-Deutscher in Spanien

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Internierung Kamerun-Deutscher in Spanien

Beitragvon igutier » Do 5. Jan 2017, 17:55

1916 überschritt die deutsche Truppe die Grenze zum benachbarten spanischen Rio Muni-Gebiet, und so wurden ca. 1000 deutsche Kamerun-Soldaten auf der spanischen Insel Fernando Poo interniert, um anschließend auf die Halbinsel geschickt zu werden. Dort wurden sie unter großem Jubel vom theoretisch neutralen spanischen Volk empfangen. Viele von ihnen ließen sich nach dem Krieg definitiv in Spanien nieder. In den spanischen Medien findet man relativ viel Material zu dieser historischen Episode, während sich die deutsche Literatur kaum mit dem Thema befasst.
Meine Forschung beschäftigt sich gerade mit diesen deutsch-spanischen Erinnerungen, ich werde aber leider nicht fündig. Nur Emil Zimmermanns Kriegsfahrt "Von Kamerum zur Heimat" (1915) erzählt von Erfahrungen auf spanischem Boden und ganz kurz auch Hans Paasches "Fremdenlegionär Kirsch" (1916). Die Berichte deutscher Soldaten in französischen Gefangenenlager sind hingegen sehr zahlreich. Weiß jemand von weiteren Erfahrungsberichten?
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Re: Internierung Kamerun-Deutscher in Spanien

Beitragvon Redaktion » Do 5. Jan 2017, 19:35

Kennen Sie Band 2 der "Grünen Reihe" vom Traditionsverband?

Ein Werk deutscher Kolonisation auf Fernando Poo.
(Übersetzung eines spanischen Berichtes von 1919,Madrid)
(32 Seiten/6 Abbildungen)
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Re: Internierung Kamerun-Deutscher in Spanien

Beitragvon igutier » Mo 9. Jan 2017, 12:47

Ja, vielen Dank. Ich denke, dieser Text ist gemeint:

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Re: Internierung Kamerun-Deutscher in Spanien

Beitragvon igutier » Mo 9. Jan 2017, 12:55

Übrigens, erst vor ein paar Monaten herausgekommen ist dieses Buch über die Internierung der Schutztruppe:

http://www.letrasdeautor.com/la_interna ... ruppe.html

Es scheint, dass das Thema in Spanien auf weitaus größeres Interesse stößt als in Deutschland...
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Re: Internierung Kamerun-Deutscher in Spanien

Beitragvon Sandwuestling » Mo 10. Jul 2017, 16:00

Ich habe das Buch "La internacion de la Schutztruppe" von Miquel Vilaro I Guell gelesen.
Es wird über die Organisation und Verwaltung der Lager ausführlich berichtet, aber auch über die großen Versorgungsprobleme die der spanischen Kolonie durch den Zuwachs von 15.00 Menschen entstanden. Die Versorgungsprobleme waren auch auf den Kanarischen Inseln zu spüren, da die Spanier zu wenige Schiffskapazitäten für die westafrikanische Route hatten. Ferner sorgten Störungen der Alliierten für weitere Engpässe, diese glaubten bis zu Letzt an eine bewaffnete Rückkehr der deutschen Truppen. Besonders die Rückführung der zivilen Flüchtlinge nach Kamerun konnte erst nach längeren Verhandlungen erreicht werden.
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